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Das Sujet meiner Kunst


 

Zweifellos ist mein Schwerpunkt das Portrait.

 

Der seelische Ausdruck, und davon die allerzartesten Spielarten auf der Palette zwischen Freude, Schmerz und Besinnung sind mein Gebiet.

 

Eigentlich das, was wir unbewusst an einem Gesicht wahrnehmen, vielleicht sogar ohne dass wir es benennen könnten, was aber dennoch viel stärker wirksam ist, als etwa das, was jemand sagt und was durchaus im Widerspruch zu seiner eigentlichen Empfindung stehen mag. Ich möchte in den Ausdruck jenseits des Sagbaren. Was ich sagen kann ist eins. Was ich sehe und vielleicht umschreiben kann, ein anderes. Wenn ein Portrait lebendig ist, spricht es auf seine Weise und der Betrachter auf seine Weise mit ihm. Geheimes Zwiegespräch also. Vielleicht weckt es Erinnerungen, Träume und Sehnsüchte wieder zum Leben.

 

Meine Portraits sind insofern „überpersönlich“, als ich ihnen nicht direkt individuelle Züge verleihe. Außer manchmal in Ansätzen. Im großen und ganzen handelt es sich um archetypische Gesichter, die all das spiegeln, was die menschliche Seele im Laufe ihrer Entwicklung gespeichert hat und was eben deshalb, seit C.G. Jung es uns beibrachte, als Archetyp bezeichnet wird.

 

Die „Umgebung“, in der meine Gestalten „leben“ dient der Herausstreichung ihrer inneren Verfassung. Das ist natürlich einerseits selbstverständlich, aber andererseits erwähnenswert, weil ich dieser „Umgebung“ durch die Art, wie ich arbeite (brennen, schneiden, reißen, wässern) oft schon die „Zerstörung“ bisheriger Zustände und Haltungen „beigebe“, beim Betrachter den Gedanken oder besser das Gefühl der Wandlung wecke.

 

Alles wandelt sich. Ein Bild bleibt sich immer gleich. Oder doch nicht! Wenn der Betrachter sich wandelt, wandelt sich das Bild mit ihm. Das ist phänomenal.

 

So wie man oft das Gefühl hat, ein in der Jugend gelesenes Buch habe sich heimlich umgeschrieben, während man es jetzt, staunend, 20 Jahre später wieder liest, so kann es auch mit Bildern gehen, nur schneller, denn ein Bild braucht im Gegensatz zum Geschriebenen keine Zeit.

 

Meine Portraits spiegeln Zustände und deren Wandlung. Die formalen Aspekte meiner Kunst schließen die Möglichkeit der Wandlung ein. Die Form sagt damit über sich selbst, dass sie keinen „Ewigkeitswert“ beansprucht.